Kultur-Reise in den Harz

Den Harz mit seiner magischen Gebirgswelt und seinen mittelalterlichen Fachwerkstädten erlebten Mitglieder des Wander- und Kulturvereins Niederelbert in Form einer Kultur-Reise.

Erste Station der Reisegruppe war auf der Hinfahrt das Panorama-Museum in Bad Frankenhausen, das mit einer Fläche von 1722 qm zu den größten Tafelbildern der Welt zählt und in einer fast 10-jährigen Arbeit vom Leipziger Maler und Kunstprofessor Werner Tübke geschaffen wurde;
zum Gedenken an den Bauernkrieg und den Bauernführer Thomas Müntzer.

Nächstes Ziel war das 120 Jahre alte Kyffhäuser-Denkmal von 1896, auch Barbarossadenkmal, zu Ehren Kaiser Wilhelm I, das mit 81 Meter dritthöchste Monumentaldenkmal Deutschlands.
Abends wurde das Quartier für die nächsten Tage in Allrode bezogen und
die Gruppe lernte mit Frau Evi Römer ihre Reiseführerin für die nächsten Tage kennen.

Was wäre eine Harzreise ohne die Bezwingung des höchsten Bergs im Norden Deutschlands, dem 1142 Meter hohen Brocken (auch Blocksberg genannt),
einem der beliebtesten Ausflugsziele Deutschlands.
Bezwungen wurde der Anstieg mit der schmalspurigen dampfbetriebenen Brockenbahn, anschließend der Besuch des Brockhauses mit einer hochinteressanten und kurzweiligen Präsentation der Geschichte dieses Berges, die bereits von J.W. v.Goethe in „Harzreise im Winter“ und von Heinrich Heine in „Harzreise“ literarisch verewigt wurde.
Der Brocken gilt als niederschlagsreichster Punkt im nördlichen Mitteleuropa und als Ort extremer Wetterbedingungen mit über 300 Nebeltagen im Jahr und die Tage mit guter Fernsicht sind selten. Dieses seltene Glück hatten die Teilnehmer der Reisegruppe und auch die nächsten Tage waren sonnig und die Gruppe in bester Stimmung.

Wernigerode, die „bunte Stadt am Harz“, war das nächste Ziel, das der Gruppe von ihrer Reiseführerin mit interessanten Hintergrundinformationen zur Geschichte und den wunderschönen Fachwerkbauten vorgestellt wurde.
Herausragend das 1277 erstmals erwähnte und 1544 wesentlich umgebaute Rathaus Wernigerodes, eine Perle mittelalterlicher Fachwerkbaukunst und als „Hochzeitshochburg“ weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt.

Am nächsten Tag folgte die Besichtigung der Rappbode-Trinkwassertalsperre,
die 1959 errichtet wurde und mit einer Staumauerhöhe von 106 Meter die höchste Staumauer Deutschlands, die mit 3,9 qkm Fläche die Flüsse Rappbode und Hassel aufstaut.

Weiter ging es auf das Gelände der Harzköhlerei Sternberghaus in Hasselfeld.
Hier gab es jede Menge zu erleben und zu entdecken und die Reiseteilnehmer wurden mit einem Köhlerlikör („flüssige Holzkohle“) begrüßt. Aus der Ferne schon konnte man den verrauchten und pikanten Geruch der Holzkohlemeiler in der Nase spüren.
Die Harzköhlerei ist eine der letzten Köhlereien, die auf traditionelle Art und
Weise jährlich bis zu 50 Tonnen Holzkohle herstellen.

Durchs wildromantische Bodetal erreichte die Reisenden dann den 451 Meter hoch gelegenen „Hexentanzplatz“; mit hoher Wahrscheinlichkeit ein altsächsischer Kultort, an dem vor allem in der Nacht zum 1. Mai,
der jetzigen Walpurgisnacht, Rituale abgehalten wurden.
Eine Hexe wartete dann tatsächlich auf die Teilnehmer, unsere Reiseführerin Evi, die als solche verkleidet warlich Schauerliches zu berichten hatte.
Der Tag endete mit einem Besuch der wunderschön restaurierten Kleinstadt Stolberg mit seinem Schloss, der Residenz der Grafen zu Stolberg.
In der alten Bergbaustadt wurde der Bauernführer Thomas Müntzer geboren und die Stadt war im Deutschen Bauernkrieg Stätte mehrerer Kämpfe.
Die Teilnehmer konnten auch das Münzprägemuseum besuchen,
das die Zeit widerspiegelt, als Stolberg im Hochmittelalter die Münzprägerechte erhielt.

Die Unesco-Welterbestadt Quedlinburg war das Ziel am letzten Tag der Harzreise.
2000 Fachwerkhäuser zeugen hier vom architektonischen Erbe aus acht Jahrhunderten mit seinen verwinkelten Gassen und kleinen Plätzen.
Auf einem Sandsteinfelsen ragt die mehr als tausendjährige romanische Stiftskriche wie ein Wahrzeichen über der Stadt und als letztes Bild einer Reise die alle Teilnehmer begeisterte.
Dies nicht zuletzt aufgrund des hervorragend organisierten Reiseprogramms
durch Vorstandsmitglied Gerd Müller und der informativen und kurzweiligen Begleitung durch die Reiseleiterin Evi Römer.

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